Die Açai-Palme

Die Açai-Palme trägt viele Namen. So ist sie neben ihrer allgemein üblichen Bezeichnung auch als Kohlpalme oder Jucara-Palme bekannt. Nicht weniger geläufig ist ihr wissenschaftlicher Name Euterpe oleracea. Euterpe geht auf den Namen der griechischen Muse für Musik zurück und bedeutet übersetzt so viel wie „die Ergötzende“ oder „die Erfreuende“. Diese Bezeichnung für die Açai-Palme erweist sich im Hinblick auf ihr graziles und zugleich imposantes Äußeres als durchaus treffend. Der Begriff „oleracea“ lässt sich hingegen mit „Pflanze“ oder „Kohl“ übersetzen, womit sich die deutsche Bezeichnung Kohlpalme erklärt.

Botanische Merkmale der Açai-Palme

Die Açai Palme ist eine schnell wachsende Palme, die in tropischen Klimazonen an Flussufern und in Meeresnähe wächst. Charakteristisch für die Açai-Palme ist, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Palmenarten nicht nur über einen Stamm verfügt, sondern bis zu 45 Stämme hervorbringen kann. Darüber hinaus kann die Euterpe oleracea eine gigantische Wachstumshöhe von bis zu 25 Metern erreichen, wobei der Durchmesser des Stammes zwischen sieben bis 18 Zentimeter umfasst. Ein weiteres signifikantes Merkmal dieser Palmenart ist ihr graufarbiger Flechtenbewuchs, der im unteren Bereich meist kegelförmig von roten Adventivwurzeln umsäumt wird. Nicht selten bildet sie außerdem so genannte Pneumatophoren, auch Atemwurzeln genannt, aus, die zum Teil oberirdisch wachsen.

Die Krone der Açai-Palme setzt sich aus acht bis 15 bogenförmigen Blättern zusammen, an denen feine Fiederblättchen hängen. Direkt unterhalb der Krone befinden sich die Blütenstände, deren weißlich-braune Blütenstandsachse eine Länge von rund 68 cm erreichen kann. Die Blüten bzw. die Früchte der Açai-Palme wachsen an rund 75 cm langen Seitenzweigen. Zu Beginn der Blütezeit sind die kleinen, runden Früchte noch grün, doch mit zunehmender Reife nehmen sie schließlich ihre charakteristische dunkelviolette Färbung an. Die fertig gereiften Früchte können eine Größe von etwa ein bis zwei Zentimetern erreichen, bestehen jedoch zu 90 Prozent aus Kern, sodass lediglich das fleischige Fruchtgehäuse zum Verzehr geeignet ist.

Verbreitung der Açai-Palme

Bei der Açai-Palme handelt es sich um eine südamerikanische Palmenart, die in unterschiedlichen Regionen des Amazonasgebietes beheimatet ist. Um gut gedeihen zu können, benötigt die Euterpe oleracea ein tropisches Klima und einen feuchten bis sumpfigen Untergrund. In den Regenwaldgebieten Brasiliens ist die Açai-Palme daher besonders weit verbreitet, aber auch in feuchten Klimaregionen rund um Panama, Kolumbien, Venezuela, Trinidad, Ecuador, Guyana, Französisch-Guayana und Suriname ist diese Palmenart zu finden.

 

Verwendung der Açai-Palme

Die Açai-Palme spielt in ihrem Verbreitungsgebiet in der Amazonasregion in wirtschaftlicher Hinsicht eine zentrale Rolle. Grund hierfür sind in erster Linie die essbaren Palmenherzen und -früchte, die zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der Bevölkerung gehören. Aber auch die übrigen Bestandteile der Açai-Palme, wie das Holz und die Samen, werden in unterschiedlicher Form weiterverarbeitet und erfüllen so einen wirtschaftlichen Nutzen.

Die Früchte der Açai-Palme

Der größte wirtschaftliche Nutzen der Açai-Palme ergibt sich dank ihrer kleinen purpurfarbenen Steinfrüchte. Denn aufgrund ihres hohen Nährwertgehalts gehören sie zu den wichtigsten Nahrungsmitteln der hiesigen Bevölkerung. Da die kugelrunde Powerbeere zu 90 Prozent aus einem Kern besteht, kann nur die fleischige Hautschicht der Steinfrucht verzehrt werden. In den Verbreitungsgebieten der Açai-Beere ist es allgemein üblich, dass dieses Fruchtfleisch vom Kern abgezogen, mit Wasser vermengt und schließlich zu einem breiigen Mus verarbeitet wird. Aufgrund ihrer schnellen Verderblichkeit wird die empfindliche Açai-Beere in Europa meist als Pulver, Saft oder Tablette angeboten.

Die Samen der Açai-Palme

Die Frucht der Açai-Palme besteht zu 90 Prozent aus einem Kern bzw. Samen, der für den Menschen zum Verzehr nicht geeignet ist. Daher bleiben im Zuge der Verarbeitung der Beeren große Mengen an Samen als Abfall zurück. Doch die Samen der Açai-Beere landen keinesfalls einfach auf dem Müll, sondern werden stattdessen sinnvoll weiterverarbeitet. Ein großer Teil dieser Samen wird beispielsweise für die Herstellung modischer Schmuckstücke verwendet. Dabei werden die kleinen Beerenkerne in den verschiedensten Farben bunt eingefärbt und anschließend dekorativ auf Ketten oder Armbänder gezogen. Darüber hinaus dienen die Samen der Açai-Beere auch als Pflanzendünger, Schweinefutter oder als Setzlinge für die Aufzucht neuer Açai-Palmen.

 

Die Palmenherzen der Açai-Palme

Neben den dunkelvioletten Steinfrüchten sind auch die Palmenherzen der Açai-Palme eine landestypische Spezialität. Das direkt in den Blattstielen der Palmkrone wachsende Gemüse kann eine Länge von bis zu 60 cm und eine Dicke von 2 bis 3 cm erreichen. Zwar können die weißlich schimmernden Palmenherzen nur mit einem recht geringen Nährwertgehalt aufwarten, jedoch überzeugen sie mit ihrem intensiv-nussigen Geschmack und ihrer angenehm zarten Konsistenz.

 

Das Holz der Açai-Palme

Als natürlich wachsender Rohstoff erweist sich das Holz der Açai-Palme als ideales Werkmaterial für den Bau von Häusern und Hütten. Aber auch Möbel und dekorative Wohnaccessoires werden aus dem Holz des tropischen Baumes angefertigt.

Den Palmwedeln der Euterpe oleracea wird ebenfalls ein praktischer Nutzen zuteil. Sie werden zum Abdecken von Häuserdechern verwendet oder dienen als Material für das Flechten von Körben, Matten und dergleichen.

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