Die Geschichte der Açai-Beere

Die purpurfarbene Frucht der Açai-Palme ist bereits seit Jahrtausenden ein zentrales Grundnahrungsmittel der Regenwaldbewohner des Amazonasgebiets und daher fest in der hiesigen gastronomischen Tradition verankert. Während aus Açai-Beeren verarbeiteter Brei in den Regionen rund um das östliche Amazonasgebiet seit jeher in jedem Supermarkt erhältlich ist, war die dunkelviolette Powerfrucht in Europa bis vor einigen Jahren gänzlich unbekannt.

Dies änderte sich erst als gegen Ende der 90er Jahre amerikanische Surfer während ihrer Reisen im Amazonasgebiet den fein pürierten Brei aus Açai-Beeren als nahrhaften Energiebooster für sich entdeckten. Bald darauf wurde die amerikanische Lebensmittelindustrie auf die gesundheitsförderlichen Effekte der südamerikanischen Steinfrucht aufmerksam und es kamen immer mehr neue Açai Lebensmittel auf den amerikanischen Markt. Als die berühmte US-Talkmasterin Oprah Winfrey im Jahr 2009 in einem Interview von den beeindruckenden Vorzügen der Açai-Beere schwärmte, brach schließlich ein gigantischer Hype rund um die dunkelviolette Wunderbeere aus. Diese Begeisterung für das nahrhafte Superfood schwappte bald darauf auch nach Europa über und so liegt die Açai-Beere bis heute auf kulinarischer Ebene voll im Trend. 

Legende rund um die Açai-Beere

In einigen Regionen wird die Açai-Beere auch „ica – cai“ genannt, was übersetzt so viel wie „die weinende Frucht“ bedeutet. Diese Bezeichnung geht zurück auf eine alte Legende, die von der Entdeckung der Açai-Beere beichtet. In dieser Legende heißt es, dass einst ein brasilianischer Indianerstamm von einer großen Hungersnot geplagt wurde, in deren Folge zahlreiche Menschen ihr Leben lassen mussten. In seiner Verzweiflung befahl der Häuptling, dass fortan alle Neugeborenen getötet und geopfert werden sollen, in der Hoffnung auf diese Weise Gott milde stimmen zu können.

Als einige Zeit später Iaca, die Tochter des Häuptlings, ein Kind zur Welt brachte, musste auch dieses Neugeborene geopfert werden. Verzweifelt über den Verlust des geliebten Kindes weinte Iaca jede Nacht und flehte zu Gott, dass dieser ihr und dem hungernden Volk helfen möge. Eines nachts schien es Iaca als vernähme sie das Weinen ihres getöteten Kindes. Sie rannte hinaus in den Wald und folgte den weinenden Lauten, bis sie schließlich unter einer Palme liegend ihr Kind fand. Doch als sie ihre Arme nach dem Kind ausstreckte, um es in den Arm zu nehmen, da verschwand die Traumgestalt plötzlich.

Erneut brach Iaca in heftiges Wehklagen aus und verstarb daraufhin am Fuße der Palme an ihrem gebrochenen Herzen. Doch Iacas Tod war nicht vergebens, denn als die Indianer Iaca am nächsten Morgen fanden, stellten sie voller Freunde fest, dass die Palme nun wohlschmeckende Früchte trug. Das Indianervolk musste nie wieder Hunger leiden. Zum Dank und in Gedenken an seine verstorbene Tochter nannte der Häuptling die nahrhaften Beeren Acai, was rückwärts gesprochen Iaca ergibt.

Noch mehr Informationen zur Açai-Beere

Comments are closed.