Ernte der Açai-Beere

Obwohl die Açai-Palmen in den Regenwäldern des Amazonasgebietes weit verbreitet sind, erweist sich der Handel mit ihren beliebten dunkelvioletten Früchten als relativ kostspielig. Grund hierfür sind die abgelegenen, zum Teil sehr schwer zugänglichen Wachstumsorte der Palme, die nur mithilfe kleiner Boote erreicht werden können.

Die Ernte der Açai-Beeren verläuft bis heute nach alter Tradition und wurde demnach in nur sehr wenigen Teilen modifiziert. Da die purpurfarbenen Steinfrüchte ausschließlich in feuchtheißen Gefilden auf bis zu 25 Meter hohen Palmen wachsen, erweist sich ihre Ernte zudem als besonders anstrengend. Um die reifen Beeren, die in dicken Bündeln unterhalb der Palmenkrone hängen, sicher nach unten auf den Boden zu befördern, klettern einheimische Erntehelfer den bis zu 18 Zentimeter dicken Stamm der Palme hinauf. Dabei sind sie, mit Ausnahme einer aus Palmenblättern gewickelten Schlinge, die die Füße locker zusammenbindet, durch keinerlei Sicherungsgeräte, wie Gurte, Seile oder Karabiner gesichert. Daher müssen alle Erntehelfer körperlich gut in Form und schwindelfrei sein.

Doch nicht nur im Hinblick auf mögliche Stürze erweist sich die Ernte der Açai-Beeren als nicht ganz ungefährlich. Denn auf den Açai-Palmen leben diverse Tiere, wie Vogelspinnen, Wespen oder 24-Stunden-Ameisen, die den Erntehelfern die Arbeit erschweren können. Insbesondere die 24-Stunden-Ameise gilt dabei als besonders gefürchtet, da der Schmerz ihres Bisses ganze 24 Stunden andauert.

An der Krone der Palme angekommen, werden die gebündelten Beeren einfach mit der Hand abgerissen. Werkzeug ist in der Regel hierfür nicht nötig. Nachdem die gepflückten Beerenbündel sicher auf den Boden befördert wurden, werden die Beeren mit der Hand von den Zweigen entfernt und in große Körbe gefüllt. In der Erntezeit zwischen Juli und Dezember schafft jeder Erntehelfer pro Tag durchschnittlich 10 Körbe á 28 Kilogramm.

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