Inhaltsstoffe der Açai-Beere

Die Açai-Beere steht derzeit bei gesundheitsbewussten Menschen besonders hoch im Kurs. Grund hierfür sind ihre vielen Inhaltsstoffe, die für die körperliche Gesundheit äußerst förderlich sein können.

Antioxidantien

Zu großer Berühmtheit gelangte die Açai-Beere vor allen Dingen aufgrund ihres beeindruckend

hohen Gehalts an Anthocyanen, die zur Gruppe der sogenannten Antioxidantien gehören. Hierbei handelt es sich um chemische Verbindungen, die den menschlichen Körper vor Angriffen durch freie Radikale schützen können.

Freie Radikale schädigen die Zellen

Freie Radikale wiederum sind hochreaktive sauerstoffhaltige Moleküle, die in geringen Dosen vom Körper selbst produziert werden. Durch äußere Umwelteinflüsse, wie beispielsweise UV-Strahlung, Schadstoffe in der Luft oder Chemikalien, kann es jedoch zu einer übermäßigen Bildung von freien Radikalen im Körper kommen, wodurch oxidativer Stress entsteht. Die Folge sind Zellschäden, die nicht nur den physischen Alterungsprozess beschleunigen, sondern auch für die Entstehung bestimmter Krankheiten, wie zum Beispiel Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) oder Diabetes (Zuckerkrankheit) verantwortlich gemacht werden.

Antioxidantien – eine Wunderwaffe gegen freie Radikale

Die beste Waffe im Kampf gegen freie Radikale sind Antioxidantien. Denn sie verhindern die Entstehung von oxidativem Stress, indem sie freie Radikale binden und somit neutralisieren.

Eine gute Möglichkeit, um das körpereigene Abwehrsystem mithilfe von Antioxidantien zu stärken, stellen antioxidativ wirksame Nahrungsmittel dar. Die schützenden Radikalfänger kommen hier in Form organischer oder chemischer Verbindungen vor. Zu den bekanntesten und wirksamsten Antioxidantien zählen Vitamin C und E sowie Carotinoide. Aber auch Spurenelemente, wie Zink, Selen und Eisen haben eine antioxidative Wirkung.

Mithilfe des ORAC-Werts die antioxidative Wirkung messen

Wie hoch das antioxidative Reaktionsvermögen eines Lebensmittels ist, lässt sich mithilfe des sogenannten ORAC-Wertes ermitteln. Die Abkürzung ORAC steht für Oxygen Radical Absorbance Capacity, zu Deutsch „Fähigkeit zum Abfangen von Sauerstoffradikalen“ und beschreibt eine in den USA entwickelte Messmethode zur Eruierung der antioxidativen Kapazität bzw. Fähigkeit von Lebensmitteln. Um den täglichen Antioxidantienbedarf des menschlichen Körpers abdecken zu können, wird von Seiten der Wissenschaft eine Dosis von 5.000 ORAC-Einheiten pro Tag empfohlen.

Absoluter Spitzenreiter der ORAC-Rangliste stellt bislang mit sagenhaften 100.000 OCRA-Einheiten pro 100 g das Traubenkernmehl dar. Es enthält sogenannte oligomere Proanthocyanidine (OPC), deren antioxidative Wirkung selbst die von Vitamin E und C um Längen schlägt.

Der ORAC-Wert der Açai-Beere

Doch auch die Açai-Beere kann mit einem beachtlichen ORAC-Wert aufwarten . Mit 39.127 μmol TE pro 100g ist sie eine wahre Antioxidantienbombe, die zu Recht zur Riege der Super Fruits zählt. Ihr beeindruckend hohes antioxidatives Reaktionsvermögen verdankt die Açai-Beere einer Reihe bestimmter Inhaltsstoffe. Hierzu gehören neben Vitamin E und C sowie den Anthocyanen, auch Polyphenole. Hierbei handelt es sich um sekundären Pflanzenstoffe, die der Açai-Beere nicht nur ihre antioxidative Wirksamkeit, sondern darüber hinaus ihre typisch dunkelviolette Farbe verleihen .

Wer also die kugelrunde Powerbeere aus dem Amazonas zum festen Bestandteil des persönlichen Ernährungsplans werden lässt, der trägt maßgeblich zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems bei und fördert somit das physische Wohlbefinden.

Ballaststoffe

Bei Ballaststoffen handelt es sich um faserreiche Inhaltsstoffe, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden sind. Auch wenn ihr Name die Vermutung nahelegt, sind Ballaststoffe keineswegs als Ballast für den menschlichen Körper zu verstehen. Im Gegenteil, sie regen die Darmtätigkeit an und können sogar präventiv gegen die Entstehung bestimmter Krankheiten, wie zum Beispiel Diabetes Typ II, Arteriosklerose und Herzinfarkt, wirken. Aus diesem Grund bilden ballaststoffhaltige Lebensmittel eine wichtige Grundlage für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG) empfohlene Dosis für einen Erwachsenen liegt bei 30 g Ballaststoffen pro Tag.

Wasserlösliche und -unlösliche Ballaststoffe

Im Allgemeinen wird bei Ballaststoffen zwischen wasserlöslichen und wasserunlöslichen Formen unterschieden. Zu den wasserlöslichen Ballaststoffen gehören beispielsweise Pektin, Guar und Dextrine, zu den wasserunlöslichen Ballaststoffen Cellulose.

Beide Gruppen agieren beim natürlichen Verdauungsprozess als Quell-und Füllstoffe. In ihrer Funktion als Quellstoffe binden sie das Wasser und quellen anschließend im Darm auf, wodurch ein angenehmes Sättigungsgefühl im Magen entsteht. Als Füllstoffe regen sie hingegen die natürliche Aktivität des Darmes an, indem sie für eine Vergrößerung des Stuhlvolumens sowie einen schnellen Transport des Darminhalts sorgen.

Darüber hinaus haben Ballaststoffe einen positiven Effekt auf die Darmflora: Im Dickdarm zerlegen Bakterien einen Teil der Ballaststoffe und wandeln diese schließlich in Fettsäuren um, die wiederum von der Darmschleimhaut als nährstoffreiches Futter aufgenommen wird.

Açai-Beeren für eine ballaststoffreiche Ernährung

Beerenfrüchte, wie die Açai-Beere, gehören zu den Obstsorten, die einen besonders hohen Gehalt an Ballaststoffen vorweisen können. Daher eignen sich die purpurfarbenen Amazonasfrüchte ideal für die Realisierung einer ballaststoffreichen Ernährung. Bereits der Verzehr einer vergleichsweise geringen Menge an Açai-Beeren genügt, damit sich im Magen ein wohliges Sättigungsgefühl einstellt. Darüber hinaus helfen die kleinen Powerbeeren den Verdauungstrakt anzukurbeln und sorgen so für ein positives Körperempfinden.

Um ein optimales Level für eine ballaststoffreiche Ernährung zu erreichen, empfiehlt es sich Açai-Produkte durch weiteren ballaststoffreichen Lebensmitteln, wie Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und Gemüse zu ergänzen. Hierdurch lässt sich ein gesunder und ausgewogener Ernährungsplan erstellen, mit dessen Hilfe man Körper und Geist stärken kann.

Vitamine

Vitamine gehören zu den tragenden Säulen der menschlichen Gesundheit. Sie stärken das Immunsystem, tragen zur Energiegewinnung bei und sind für den Aufbau von Knochen, Zellen, Blutkörperchen und Zähnen unentbehrlich. Jedes Vitamin hat dabei eine unterschiedliche Funktion, weshalb sie auch Unterschiede in Bezug auf ihre Wirkung zeigen. Da der menschliche Organismus die meisten Vitamine jedoch nicht selbst produzieren kann, ist eine Aufnahme dieser lebenswichtigen Stoffe über die Ernährung unabdingbar.

Lipophile und Hydrophile Vitamine

Lediglich eine bestimmte Gruppe von Vitaminen kann vom menschlichen Organismus für eine längere Zeit gespeichert werden. Alle anderen Vitamine müssen dem Körper kontinuierlich durch die Nahrungsaufnahme zugeführt werden. In Anlehnung hieran findet eine Klassifizierung der Vitamine in zwei Gruppen statt. Bei der ersten Gruppe handelt es sich um die sogenannten lipophilen, also den fettlöslichen Vitaminen, die vom Körper gespeichert werden können. Die zweite Gruppe bilden demnach die hydrophilen, auch wasserlöslich genannten Vitamine, die wiederum nicht vom Körper gespeichert werden können. Zu der lipophilen Gruppe gehören die Vitamine A, D, E und K, zu der hydrophilen Gruppe die Vitamine C, B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und B12.

Tabelle der lipophilen Vitamine
Tabelle der hydrophilen Vitamine

Vitamine in der Açai-Beere

Die Açai-Beere ist ein guter Vitaminlieferant, mit dessen Hilfe der Körper mit vielen gesunden Vitalstoffen versorgt werden kann. Denn sie enthält neben den liophilen Vitaminen A, E und D auch eine Reihe hydrophiler Vitamine, darunter die Vitamine C, B1, B2 und B3. Basierend auf einer ausgewogenen Ernährung kann also durch den Verzehr von Açai-Produkten das Risiko eines Vitaminmangels deutlich reduziert und die Gesundheit des Körpers maßgeblich gefördert werden.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Mineralstoffe und Spurenelemente sind anorganische Stoffe, die für den menschlichen Organismus lebensnotwendig sind. Bei den Spurenelementen handelt es sich um eine Untergruppe der Mineralstoffe. Sie werden, wie der Name bereits verrät, nur in geringen Dosen vom Körper benötigt, sind aber dennoch nicht weniger wichtig für dessen Gesundheit. Zu der Gruppe der Spurenelemente gehören beispielsweise Jod, Eisen, Zink und Mangan. Im Gegensatz zu den Spurenelementen kommen Mineralstoffe, wie Kalium, Magnesium oder Kalzium, in weitaus höherer Konzentration vor. Doch da der menschliche Organismus beide Gruppen der anorganischen Stoffe nicht eigenständig herstellen kann, müssen sie über die Nahrung zugeführt werden.

Tabelle der Spurenelemente
Tabelle der Mineralstoffe

Mineralstoffe und Spurenelemente in der Açai-Beere

Die Açai-Beere enthält eine Reihe verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente. Hierzu gehören Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium, Zink und Magnesium. Damit deckt die purpurfarbene Amazonasbeere einen großen Teil der wichtigen Vitalstoffe ab, die für die Gesundheit des menschlichen Körpers notwendig sind. Darüber hinaus wird durch den regelmäßigen Verzehr von Açai-Produkten die Gefahr eines Mineralstoffmangels gebannt und somit die physische Gesundheit effektiv unterstützt.

Ungesättigte Fettsäuren

Fette im Allgemeinen sind unentbehrlich für die Gesundheit des menschlichen Organismus. Sie dienen dem Körper als wichtiger Energielieferant, Kälteschutz für die inneren Organe und als Helfer bei der Zellbildung. Zu den elementaren Bestandteilen von Fetten gehören die sogenannten Fettsäuren. Diese chemischen Verbindungen treten in Form von unterschiedlich aufgebauten Molekülketten in Erscheinung. Insgesamt existieren drei verschiedenen Arten von Fettsäuren: Die erste Gruppe bilden die sogenannten gesättigten Fettsäuren. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass die Verbindung zwischen den einzelnen Teilchen der Molekülkette vollständig stabil ist. Im Gegensatz dazu weisen die Fettsäuren der Gruppe zwei eine instabile Teilchenverbindung auf. Die Fettsäuren dieser Gruppe sind als ungesättigte Fettsäuren bekannt.

Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Die dritte Gruppe ist eine Variante der (einfach) ungesättigten Fettsäuren. Charakteristisch für diese Fettsäuren-Gruppe ist, dass sie nicht nur eine, sondern gleich mehrere instabile Teilchenverbindungen aufweisen. In diesem Fall spricht man von mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese werden wiederum in zwei Unterkategoiren, nämlich die Omega-3- und die Omega-6- Fettsäuren unterteilt.

Da der menschliche Organismus die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht selbst produzieren kann, müssen die lebenswichtigen Lipide dem Köper über die Nahrungsaufnahme zugeführt werden.

Der wichtigste Vertreter der einfach ungesättigten Fettsäuren ist die Ölsäure, die in unterschiedlichen Lebensmitteln, wie Avocados, Nüssen, Raps-, Erdnuss- und Olivenöl enthalten ist.

Auch die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind ein essentieller Bestandteil zahlreicher Nahrungsmittel. So finden sich Omega-3- Fettsäuren, wie die sogenannte Alpha-Linolensäure, beispielsweise in fettreichem Fisch, wie Lachs, Hering und Thunfisch, sowie in verschiedenen Speiseölsorten, wie Walnuss-, Raps- und Leinöl. Omega-6-Fettsäuren hingegen sind in Form von Linolsäure insbesondere in einigen Pflanzenölen, wie zum Beispiel Distel-, Soja- und Weizenkeimöl enthalten.

Tabelle der ungesättigten Fettsäuren

Ungesättigte Fettsäuren in der Açai-Beere

In der Açai-Beere stecken zahlreiche gesunde Lipide. Den größten Anteil bildet dabei die Ölsäure, die fast 50 Prozent der insgesamt enthaltenen Lipidenmenge abdeckt. Darüber hinaus verfügt die Açai-Beere allerdings auch über eine hohe Konzentration an Omega-3-, und Omega-6- Fettsäuren.

Nährwert eines Açai-Produktes

Eine allgemeine Aussage über die genauen Nährwerte eines Açai-Produktes kann nicht gemacht werden, da diese von Produkt zu Produkt variieren. In einer von Wissenschaftlern durchgeführten Studie, die im Jahr 2006 im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht wurde, konnte jedoch ein Durchschnittswert für den Nährwertgehalt von 100 g gefriergetrocknetem Açai-Pulver ermittelt werden.

Demnach enthalten 100 g Açai-Pulver durchschnittlich rund: 

  • 534 Kilokalorien (kcal)
  • 52,2 g Kohlenhydrate
  • 8,1 g Eiweiß
  • 32,5 g Fett

Noch mehr Informationen zur Açai-Beere

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